Lac Souterrain / St. Léonard (VS) vom 4./5.11.2006

Nicht einmal die akademische Viertelstunde wurde beansprucht! Pünktlich fanden sich alle auf dem Parkplatz von „le Duzillet“ in St. Triphon ein und stürzten sich zuerst mal auf den feinen Kuchen, den Nadine uns da mitgebracht hat. Dieser konnte allerdings nicht über die Kälte hinweg täuschen. Ganze -3 Grad sind gemessen worden. Brrr! Da war das Wasser mit seinen 15 Grad doch wesentlich wärmer!

Nach einem sehr aufschlussreichen Briefing (wann und wo findet man schon wieder Seegras und wie sieht noch genau eine Forelle aus?) stürzen sich alle in ihre Anzüge (einige ganz mutige sind trotz aller Warnungen mit dem Nassanzug gekommen) und gleich darauf ins Wasser. Unser Präsi macht einen etwas unglücklichen Einstieg (trotz aller Bemühungen um Eleganz) und flucht schon lauthals über das Wallis. Dabei sind wir doch noch nicht mal dort!!! St. Triphon gehört noch zum Waadtland!

Der Tauchgang ist abwechslungsreich. Es tummeln sich Hechte und Eglis, die Schilflandschaft birgt ihre Geheimnisse, wie z.B. eine Biberburg und neben den platzierten Statuen von Kängurus, U-booten und Meerjungfrauen liegen einige Baumstämme, die den Tauchgang interessant machen. Dazu Teppiche von Armleuchteralgen (Seegras für Armleuchter), Polypen, die Fotografen zur Weissglut bringen und stellenweise Cyanobakterien. Die Sicht ist gut und nach dem Tauchgang sind nur glückliche Gesichter zu sehen.

Der Hunger führt uns in die Raststätte St. Bernard und nach einer kurzen Diskussion wird die Anzahl Tauchgänge für diesen Tag kurzerhand von drei auf zwei herabgesetzt. Am Nachmittag gehen alle verschiedener Wege. Zwei besuchen zusammen mit unserem einheimischen Guide Anja les Îles, vier gehen den Lac Souterrain begutachten und der Rest klettert über die Parkplatzmauer der Raststätte und verschwindet gleich dort in den Fluten.

Der Wind hier macht allen ziemlich zu schaffen. Zum Glück ist das Wasser etwas wärmer aber zu sehen kriegen die meisten nicht sehr viel. Auch die beiden in les Îles finden die kleinen Sehenswürdigkeiten nicht. Einzig die Lac-Souterrainer kommen mit einem zufriedenen Lächeln in der Bar über der Füllstation an, wo wir uns wieder treffen zum Flaschen und Lampen füllen (letzteres mit Mass, müssen ja noch fahren!).

Nach einer ausführlichen mündlichen Wegbeschreibung (versprochen: nächstes Jahr hab ich Google Earth im Griff) fahren alle los Richtung Hotel und, oh Wunder, es kommen auch tatsächlich alle dort an! So schlecht war ja dann wohl diese Beschreibung doch nicht.

Zum Abendessen erwartet uns ein feines, echtes Walliser Raclette à dicrétion. Davor ein Walliser Teller und zum Abschluss ein Fruchtsalat mit einem Schuss Abricotine oder Kirsch. Mmh! Nach einigen Gängen Raclette wird dann sogar auch Patrice satt. Einige schlafen allerdings schon beinahe über ihren Tellern ein und so wird der Abend nicht unnötig in die Länge gezogen und man verabschiedet sich in die Federn.

Am nächsten Morgen spüren alle den Winter, der seine Gegenwart unerbittlich bekannt gibt. Das nasse Material in den Autos ist eingefroren und z.T. sind die Scheiben gefroren… allerdings nicht von aussen! Viele beschliessen, sich heute auf den Tauchgang im Lac Souterrain zu beschränken. Nur zwei tauchen noch in les Îles unter.

Der Lac Souterrain ist knapp 300m lang und hat eine permanente Wassertemperatur von 11 Grad. Ein Tauchgang geht je nach Kälteresistenz um die 50 Minuten und hat einiges zu bieten. Da der Boden sehr empfindlich ist, muss sehr gut auf die Tarierung geachtet werden ansonsten wird das Wasser von glasklar sehr schnell zu milchig.

Die lebenden Fische (Regenbogenforellen) sind meistens ganz hinten in der Höhle und einige bekommen sie gar nicht erst zu Gesicht. Sie wurden hier ausgesetzt und haben bereits eine stattliche Grösse. Da keine natürliche Nahrung vorhanden ist, werden sie vom Personal gefüttert.

Nach dem Tauchgang erwartet uns ein feiner Walliserapero, offeriert vom Höhlenbetreuer. Die Logbücher werden gefüllt und bald neigt sich auch dieses Wochenende seinem Ende zu. Doch keine Angst: nächstes Jahr kommen wir wieder. Reserviert euch schon mal den 3. und 4. November…

Alex

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